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Seemandelbaum,Erlenzäpfchen,
Bananeblätter und co.

Hilfsmittel aus der Natur

Grundgedanke:

Angeregt durch einige Diskussionsthemen bei denen immer wieder natürliche (bzw aus der Natur entnommene) Mittel erwähnt wurden, welche die herkömmlichen Medikamente ersetzen oder zumindest ergänzen können, möchten wir hier einige davon auflisten und deren Wirkung beschreiben.

Allgemeines:

Alle folgenden "Hilfsmittel" oder Zusatzstoffe können oftmals den Einsatz von härteren Medikamenten und "Chemie" im Becken verhindern oder auf ein Minimum reduzieren. Es ist aber zu sagen, dass bei bereits stark geschädigten Fischen diese natürlichen Mittel nicht immer zum Erfolg führen und man mit einer vorhergehenden genauen Diagnose und den DARAUF ABGESTIMMTEN Medikament oft besser bedient ist. Medikamente auf Verdacht oder ungenaue Diagnosen zu verwenden, ist in den meisten Fällen wirkungslos bis kontraproduktiv

Die Dosierung wurde im Lauf der Zeit immer wieder durch Ausprobieren verändert/verbessert, wodurch im Wissensfundus einiger alter Hasen und auch im Internet stark variierende Dosierungs- und Wirkungsangaben existieren, bei denen man oftmals eben nur durch Ausprobieren herausfinden kann, wie es für die eigenen Fische am besten ist. Hier ist zu empfehlen, immer mit einer niedrigen Dosis anzufangen (dafür schon bei den ersten Krankheitsanzeichen und nicht erst, wenn die Tiere schon halbtot sind) und diese dann im Bedarfsfall zu steigern.

ACHTUNG: Die bakterizide Wirkung von Zusatzstoffen (ebenfalls bei käuflichen Medikamenten) gilt auch für die Nitrit- und Nitrat-Bakterien!! Also zu Beginn der "Neuerung" diese beiden Werte unbedingt wieder öfter messen und anfangs häufigere WW!

TIPPS: - Für Hartwasserbecken (Lebendgebärende, Ostafrikaner aber auch Regenbögen) zur Akutbehandlung zuerst einmal Salz anwenden, da alle anderen Behandlungsmethoden die KH und den pH senken (wenn auch nur leicht).
- Für Weichwasserbecken (und hier insbesondere Südamerikaner) versuchen auf Salz zu verzichten, da es oftmals nicht gut vertragen (Details unter Salz) wird.
- Die verwendeten Blätter, Zapfen sollten in ländlicher Umgebung (wenig Abgase, keine gespritzten Bäume) gesammelt werden und sind, wenn an einem trockenen Tag gesammelt, in Plastiksäcken (schwarze Müllsäcke) verpackt, lange haltbar und jederzeit einsatzbereit.
- Bei allen Behandlungen ist auf eine gute Durchlüftung mittels Diffusor und/oder Membranpumpe und Ausströmstein zu achten, da die eingebrachten Stoffe den Sauerstoffbedarf erhöhen und den Fischen evtl. nicht genug zur Verfügung steht. Außerdem helfen Ausströmer gegen die Gasblasenkrankheit, welche durch Übersättigung eines Gases im Wasser entsteht und dem daraus resultierenden Ausperlen von Gas im Blutkreislauf des Fisches (vergleichbar mit der Taucherkrankheit beim Menschen).

 

Behandlungsmittel:

Erlenzäpfchen:

Wirkung: nur zur Vorbeugung gegen Krankheiten (wirkt antibakteriell, fungizid) oder Laichverpilzung (nicht - oder nur zusätzlich - bei akuten Krankheiten) + pH senkende Wirkung; jedoch nur in sehr geringem Ausmaß (oder bei niedriger KH in größerem Umfang).
Dosierung: hängt vom Zustand der Zapfen ab: frisch gepflückte im Herbst (nach 1. Frost) wirken stärker (färben aber auch stärker) als länger dem Regen ausgesetzte oder vom Boden aufgesammelte. Im Allgemeinen ca. 5 bis 10 Zapfen pro 100l direkt in das Becken geben, diese schwimmen noch kurze Zeit (wenige Minuten) und gehen dann unter, vorhergehendes Auskochen ist hier nicht empfehlenswert, da dadurch die Wirkung stark reduziert wird.
Die Zapfen können im Aquarium verbleiben, werden von Welsen, Garnelen gerne abgeweidet und zerfallen nach einigen Wochen/Monaten.
Gewinnung: Erlen wachsen entlang von Flüssen und Bächen in ganz Mitteleuropa. Die häufigste ist die Schwarzerle. Die Zapfen können ganzjährig gesammelt werden, wichtig ist nur, dass man keine grünen Zapfen verwendet, sondern alte braune. Im Herbst sollte man den ersten Nachtfrost abwarten, da die frischen Zäpfchen dann ihre Samen verlieren und man keine Probleme mit im Becken wachsenden Erlen hat.

Achtung: färbt Wasser sehr stark braun (Schwarzteefarben), bei Überdosierung einige Zäpfchen entfernen und Wasser wechseln (50%), kenne keine negative Wirkung der Überdosierung auf Fische (evtl. sinkende KH, pH) und neben der Optik leiden u.U. auch die Pflanzen da sie weniger Licht bekommen. Manche Fische (Salmler aus Schwarzwasserflüssen wie dem Rio Negro) lieben es in einer "braunen Suppe" herumzuschwimmen und sind prächtiger gefärbt.

Seemandelbaumblätter

 
Wirkung
Die Wirkstoffe der Blätter (u.a. Gerbstoffe) haben eine mild desinfizierende und fungizide Wirkung.
Dementsprechend kann man sie z.B. vorbeugend gegen Laichverpilzung, aber auch zur Behandlung und Prophylaxe von Flossenfäule und Schleimhautproblemen einsetzen.
In seiner Heimat wird der Sud der Blätter auch bei Menschen zur Behandlung von Koliken und Übelkeit eingesetzt.
Der pH wird nur sehr leicht gesenkt, der Gesamtsalzgehalt (Leitwert) geringfügig erhöht.
Das Wasser bekommt nach einiger Zeit einen schönen bernsteinfarbenen Ton, bleibt dabei aber glasklar.
Allgemeines
Der bekannte pantropisch verbreitete Seemandelbaum (Terminalia catappa L.) gehört zu den Combretaceae. Das sind Holzpflanzen der Tropen und Subtropen, einige sind Lianen (Spreizkletterer). Die Blüten sind klein und unauffällig. Früchte, besonders der litoralen Arten, werden vielfach durch Wasser verbreitet, die Schwimmfähigkeit ist durch ein luftreiches Pericarp gewährleistet, bei einigen der anderen Arten kommen auch Flügelfrüchte vor.
Die Früchte des Seemandelbaums haben ein mandelartiges Aroma und werden daher auch gerne gegessen.

Dosierung
2 - 3 Blatt auf 100 l Wasser für 14 - 21 Tage. Einfach ins Aquarium legen. Nach 1 - 2 Tagen haben sich die Blätter mit Wasser voll gesaugt und gehen unter. Neben ihrer Wirkung bieten sie noch einen dekorativen Anblick in einem naturnah eingerichteten Becken.
Saugwelse, Garnelen und Krebse werden die eingeweichten Blätter zudem als willkommene Abwechslung in ihrem Futterplan betrachten.
 
 
Lagerung
Bitte möglichst nicht in der Plastikfolie lagern, in der die Blätter eingeschweißt geliefert werden. Diese dient ausschließlich zum Schutz vor Beschädigung und Verschmutzung beim Transport. In dem geschlossenen Beutel werden die Blätter gerne von Schimmelpilzen befallen, die man notfalls zwar auch wieder abwaschen kann, besser wäre es jedoch ihre Bildung gar nicht erst zuzulassen.
Die Blätter daher trocken, vor Licht geschützt und luftig lagern.

Seemandelbaumrinde


Die Wirkung ist ähnlich, aber deutlich stärker als bei Seemandelbaumblättern. Zudem sind die Rindenstücke, die ähnlich geformt sind wie Zimtstangen (und auch so ähnlich hergestellt werden), sehr attraktiv und können durchaus nach Ende der Hauptwirkung im Becken verbleiben.
Einige Dutzend Menschen in Sri Lanka leben mittlerweile von der Ernte und Verarbeitung dieses hochwertigen Naturprodukts. Für Aquarianer, insbesondere auch für Freunde der Wirbellosen, ist die Seemandelbaumrinde ein wirksames Highlight im Aquarium. Im Vergleich zu Seemandelbaumblättern und anderen gerbstoffhaltigen Naturprodukten weist die Rinde einige zusätzliche Eigenschaften auf:
Die Rinde ist relativ schwer und geht nach kurzer Zeit unter, verrottet extrem langsam und hat eine intensivere Wirkung.
Für Garnelen, Schnecken und kleine Fische ist die Rinde nicht nur ein sinnvoller Schleimhautschutz gegen Bakterien sondern bietet auch Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten.
Die optimale Dosierung der Seemandelbaumrinde wurde gemeinsam mit engagierten Nutzern von aquamax.de entwickelt.

Anwendung
Bitte verwenden Sie 1 – 2 Rindenstücke pro 100 l bzw. 20 l (Nano-Rinde) Aquarienwasser. Wir empfehlen, die Rinde vor Gebrauch kurz mit heißem Wasser abzuspülen. Für möglichst kräftige Wirkung legen Sie die Teile dann sofort ins Aquarium. Ist eine mildere Wirkung erwünscht, empfehlen wir die Wässerung über mehrere Stunden bis zu einem Tag.
Die Seemandelbaumrinde sinkt nach wenigen Stunden zu Boden. Eine anfänglich eventuell auftretende leichte Trübung ist natürlich und völlig unschädlich. Sie verschwindet nach kurzer Zeit.
Verwenden Sie weitere gerbstoffhaltige Produkte wie z. B. Seemandelbaumblätter, berücksichtigen Sie dies bitte bei der Dosierung entsprechend.
Nach ca. 3 Wochen sind die Gerbstoffe weitgehend freigesetzt. Die Rinde kann nun erneuert werden oder dauerhaft im Aquarium verbleiben.
Um beim Wasserwechsel größere Schwankungen des Gerbstoffgehaltes zu vermeiden, kann die Rinde auch zur Aufbereitung des Wechselwassers verwendet werden.

 

Bananenblätter

 
Die Blätter der Bananenstaude (Musa sp. var. sapientum) sind im asiatischen Raum seit vielen Jahren erfolgreich im Einsatz. Sie werden dort von erfolgreichen Zierfischzüchtern seit langem genauso wie Seemandelbaumblätter zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten, wie. z.B.
• Pilzkrankheiten
• Lochkrankheit bei Cichliden
• Ektoparasiten
• Schleimhautschäden
• Bissverletzungen
• Flossenfäule
• Laichverpilzungen
eingesetzt.
Gerade asiatische Kampffischzüchter schwören auf Bananenblätter und verwenden diese noch erfolgreicher als Seemandelbaumblätter, da sie die Färbung der Fische verbessern und sich weiterhin sehr positiv auf die Laichbereitschaft (insbesondere bei Kampfischen - Betta splendens wie Halfmoon, Plakat etc.) der Fische auswirken.
Besonders bei sehr empfindlichen Arten, wie z.B. den Albis oder Simplex stellen Bananenblätter eine ausgezeichnete Alternative zu Seemandelbaumblättern dar, da diese wegen der Wasserwerte dort oft nicht eingesetzt werden können.
Die Bezeichnung Bananenbaumblätter, die man auch oft findet, ist insofern nicht korrekt, als es sich bei der Banane nicht um einen Baum sondern um eine Staude handelt, die allerdings einen recht kräftigen Scheinstamm entwickelt, der aus den Blattscheiden der Blätter gebildet wird.
In Europa sind getrocknete Bananenblätter unter Aquarianern bisher noch ein Geheimtipp, wobei sie von einigen europäischen Züchtern auch schon seit einiger Zeit erfolgreich eingesetzt werden. Daß der Bekanntheitsgrad von Bananenblättern noch nicht so hoch ist, mag auch daran liegen, daß die Verfügbarkeit der Blätter noch eher gering ist.
Vor einiger Zeit kamen die Blätter auch bei unseren heimischen Aquarianern ins Gespräch, die Blätter von in Europa gewachsenen Bananenstauden verwendeten. Der Erfolg war zwar vorhanden, jedoch nur gering. Dies mag daran gelegen haben, daß die Blätter der hier gewachsenen Stauden durch die weniger intensive Sonnenbestrahlung nur einen Bruchteil der gewünschten Inhaltsstoffe aufweisen wie Staudenblätter aus dem asiatischen Raum.
Unserer Bananenblätter werden genauso schonend geerntet und behandelt wie unsere Seemandelbaumblätter. Sie sind frei von Pestiziden und schädlichen Bakterien.
 
Dosierung
Je nach Notwendigkeit gibt es zwei Möglichkeiten der Dosierung:
• Zur allgemeinen Vorbeugung vor Krankheiten, zur Farbverbesserung und zur Förderung des Wohlbefindens gibt man auf pro Fisch je 1 - 2 Blätter ins Wasser
• Zur Intensivbehandlung gegen Krankheiten oder zur Förderung der Laichbereitschaft wird je 3 - 5 l Aquarienwasser ein Bananenblatt ins Aquarienwasser gegeben.
Die Blätter saugen sich im Laufe von 48 - 72 Stunden mit Wasser voll (man kann das beschleunigen, indem man sie untertaucht) und geben ihre Wirkstoffe innerhalb von 1 - 2 Wochen langsam an das Aquariumwasser ab. Danach ist die Wirkung erschöpft und diese können ausgetauscht werden.
Sie werden aber wie Seemandelbaumblätter auch gerne von Harnischwelsen und Krebstieren restlos aufgefressen.

Laub:

Welches Laub: Es sollte nur Herbstlaub benutzt werden (Ausnahme: Walnuss, Birke als Medikament), bei grünem oder selbst getrocknetem ist es schon zu "japsenden" Fischen (durch verstärkten Sauerstoffverbrauch der abbauenden Mikroorganismen) gekommen. Im Allgemeinen sollte nur Laub von (ungiftigen) Bäumen verwendet werden, nicht von Sträuchern oder Rankgewächsen (Efeu). Besonders Ziersträucher und (viele) Zimmerpflanzen sind mit Vorsicht zu behandeln, da sie oft giftige Alkaloide enthalten; Erfolgreich getestet wurden: Ahorn, Apfel, Birke, Birne, Buche, Eiche, Erle, Esskastanie, Hainbuche, Haselnuss, Kastanie, Kirsche, Marille, Pappel, Pflaume, Ulme, Weide;
Zwiespältige Berichte gibt es zu: Holunder (enthält blausäureverwandte Stoffe), Eberesche (Vogelbeere), Ficus benjamini (Birkenfeige), Scindapsus pictus (Efeutute), Monstera deliciosa (Fensterblatt), Philodendron (diverse Arten), und allg. grün vom Baum gepflückte Blätter welche getrocknet wurden (hier wieder die Ausnahmen: Walnuss und Birke).
Wirkung: Hauptsächlich zur Verbesserung der Optik im Becken. Es dunkelt den Bodengrund ab, Welse und Garnelen, aber auch Schmerlen, fressen es sehr gerne und die Brut hat durch aufeinander liegende Blätter tolle Versteckmöglichkeiten mit reichlich Nahrungsangebot (Detritus, Mulm). Manche Garnelen ((Neo-)Caridina) pflanzen sich ohne Laub kaum oder nur sehr wenig fort.
Färben das Wasser leicht gelblich bis braun, jedoch bei weitem nicht so stark wie Torf oder Erlenzäpfchen.
Lediglich einige spezielle Blattsorten (Walnuss, Eiche, Buche, Birke) haben noch zusätzliche Wirkungen wie Senkung der KH/pH und antibakterielle/fungizide Wirkungen. Hierauf wird noch im Speziellen eingegangen.
Dosierung: je nachdem wie viel gefällt, lediglich bei sehr viel eingebrachten Laub (einige Zentimeter dicke Schicht am Boden) kann durch die Verstoffwechslung durch Bakterien ein Sauerstoffmangel im Becken entstehen (ist aber unwahrscheinlich). Die frisch eingebrachten Blätter schwimmen zunächst und gehen nach wenigen Tagen unter, zur Beschleunigung können die Blätter vor dem Einbringen mit kochendem Wasser übergossen werden.
Die Blätter lösen sich (abhängig vom pH Wert - je weicher, saurer, desto länger dauert es) nach ca. 2 - 6 Wochen auf oder werden schon früher gefressen.
Gewinnung: Sammeln der Blätter vom Boden im Herbst. Oftmals sind noch bis ins Frühjahr Blätter zu finden, die jedoch durch diverse Besiedelungen mit Pilzen, Bakterien, usw. nur zweite Wahl sind. Um Bakterien und Pilze zu reduzieren, können/sollten die Blätter vor dem Einbringen ins Becken mit heißem Wasser gespült werden.
Lagerung: Wenn an einem trockenen Tag gesammelt wurde, kann man die Blätter ohne weitere Vorbehandlung in Plastiksäcke (schwarze Müllsäcke)oder in Schachteln (hier eignen sich Schuhschachteln sehr gut) einpacken und mindestens ein Jahr lang verwenden. Wenn die Blätter feucht sind, sollten sie an einem schattigen, warmen Ort getrocknet werden (nicht zwischen Zeitungen, Blei (von der Druckerschwärze) kann mitunter Wirbellosen das Leben kosten) und können dann ebenso verpackt werden.

Eichen-/Buchenblätter:

Hier ist zu beachten, dass die Hainbuche (bzw. Hagenbuche in der Schweiz) nicht zu den Buchen zählt, sondern sehr nahe mit der Haselnuss verwandt ist.
Eichen und Buchenlaub hält sich aufgrund ihrer harten Konsistenz länger im Becken und löst sich oftmals erst nach 1-2 Monaten auf.
Wirkung: nur zur Vorbeugung gegen Krankheiten (wirkt leicht antibakteriell, fungizid), hauptsächlich für Optik, als Unterschlupf.
Lediglich geringe Wirkung gegen Verpilzen und bakt. Infektionen; senken pH und KH auch (minimal) und färben das Wasser etwas stärker als anderes Laub
Dosierung: siehe Laub.
Gewinnung: siehe Laub, jedoch sind vor allem auf jungen Rotbuchen noch im Frühjahr/Sommer oft getrocknete Blätter zu finden welche sehr gut zu verwenden sind, da sie nicht oder nur sehr wenig zersetzt sind.


Baumnussblätter (Walnuss):

Wirkung: Hilft bei Verletzungen aller Arten, Verpilzungen. Antibakteriell, durch Tannine, Enzyme, Huminsäuren und Chlorophylle. Zusätzlich werden sie (wie Eichen-/Buchenlaub) von Schilder-/Antennenwelsen gerne als Zusatzfutter genommen und können deswegen im Becken verbleiben wo sie nach durchschnittlich 1-2 Monaten zerfallen.
Der Teure Ersatz wären Seemandelblätter oder getrocknete (ungespritzte) Bananenblätter!
Dosierung: auf 100l Wasser 3 Blätter (die Blätter haben 7-9 Blättchen auf einem Stiel) in das Becken (muss kein extra Behandlungsbecken sein) geben.
Gewinnung: Grüne Blätter ernten und im Schatten trocknen lassen, nicht von Boden sammeln, da dadurch viele Bakterien ins Becken eingebracht werden -> sollte bei akuter Krankheit nicht zusätzlich geschehen, da es u.U. Immunsystem der Fische zusätzlich fordert.

 

Birkenblätter:

Wirkung: Sehr hilfreich zur Unterstützung der Heilung bei Geschwüren und Tumoren. Bei Fischtuberkulose (FTBC) kann Birke helfen die Erreger daran zu hindern auszubrechen (werden eingekapselt und sind dann noch latent vorhanden, führen aber nicht zum unmittelbaren Tod der Fische), eine tatsächliche Heilung kann aber nicht geschehen (auch nicht mit konventionellen Medikamenten). Birkenrinde und Blätter enthalten einen Chinin ähnlichen Stoff der früher zur Chinin Gewinnung genutzt wurde. Falls Herbstblätter verwendet werden, ist der Effekt geringer und eher mit der Wirkung von Eichen-, Buchenblättern zu vergleichen.
Dosierung: Zur Behandlung in einem Extrabecken nimmt man 20 Blätter auf 100 Lit. Wasser und lasse den Fisch ca. eine Woche im Aquarium (oder solange bis sich eine deutliche Besserung der Symptome zeigt). Falls man kein spezielles Behandlungsbecken zur Verfügung hat oder das ganze Aquarium behandelt werden soll, kann die Behandlung auch (mit geringerer Dosierung - ca 10-15 Blätter pro 100l) im Gesellschaftsbecken durchgeführt werden. Hier kann das Laub nach Abschluss der Behandlung im Becken verbleiben bis es sich auflöst/aufgefressen wird.
Gewinnung: siehe Walnuss-Gewinnung, man kann ruhig kleine Äste mitverwenden

Tee-Dauerbehandlung:

Wirkung: zur Vorbeugung gegen Krankheiten oder Laichverpilzung durch adstringierende Wirkung der Gerbstoffe (=Tannine) und Saponine, dadurch bakterizid und fungizid; Verabreichung von Vitaminen und / oder wie Vitamine wirkenden Stoffen (Polyphenole)
Dosierung und Zubereitung: 1l schwarzer oder grüner Tee (am Besten aus dem Reform- oder Teehaus, wegen diverser Spritzmittelrückständen in den handelsüblichen Beuteln) pro 100l Aquarienwasser. Allerdings sollte man die ersten 2 oder 3 Aufgüsse besser selbst trinken - oder weg leeren - und erst den vierten Aufguss für das Aquarium verwenden. Die Wirkstoffe der ersten Aufgüsse sind zu konzentriert für die Tiere und enthalten zu hohe Dosen Koffein welche schon beim dritten Aufguss kaum mehr nachzuweisen sind!
Bedenke, dass wir mit Tee "nur" im (dafür ausgerüsteten) Magen-Darm-Trakt in Kontakt kommen; die Tiere schwimmen darin (mit Kiemen und Haut).

Falls man vorhat, gekochten Tee auf Vorrat zu halten, den Tee nicht in einem Gefäß aus weichem Kunststoff (Weichmacher!) aufbewahren
(-> dunkles Glas oder Keramik wäre Optimum) und mittels Luftpumpe durchlüften. Die Schaumblasen (entstehen nach einiger Zeit) abschöpfen.


Tee-Notfallbehandlung:

Wirkung: Bei akuten Krankheitsfällen mit bereits sichtbaren Krankheitsanzeichen (Pilze, Entzündungen, Schleimhautprobleme, Flossenfäule...)
Dosierung und Zubereitung: Tee kochen. Ab dem 4. Aufguss gibt man pro 100l Wasser 4l Tee ins Aq. (Ist nur Notfall-Dosierung!! - Nicht Standard!). 2 Wochen lang jeden zweiten Tag 25% bis 30% des Aq-Wassers wechseln (wegen Nitrit) jeweils mit erneuter Tee-Zugabe. Dabei immer wieder nachdosieren (pro 100 Liter Frischwasser wie gehabt 4l Tee).
Nach 2 Wochen kann die Dosierung allmählich wieder auf "normal" umgestellt werden (1l Tee / 100l Aq-Wasser).

 

 


Zimtstangen:

Wirkung: bakterizid und fungizid, v.a. bei Flossenfäule, Schleimhautproblemen und (Laich)Verpilzungen
Dosierung: auf 100 Lit. 1 - 2 Zimtstangen (aus dem Reformhaus), für eine Woche im Becken lassen, dann ENTFERNEN!!
oder als Sud:
Dabei gibt man 1 Stange Zimt (kein Pulver) in einen Liter siedendes (nicht kochendes) Wasser, abdecken und 10 Minuten ziehen lassen, dann in ein luftdichtes Gefäß umfüllen. Den Erkrankten Fisch in ein kleines (10 bis 20l) Behandlungsbecken (kann auch ein Kübel oder ähnliches sein) geben, auf gute Durchlüftung achten und den Zimtsud schluckweise (oder über kleinen Luftschlauch) eingeben. Den Fisch immer gut beobachten und falls er zu schwanken beginnt sofort umsetzen. Wenn der Fisch es gut verträgt den Fisch 10 Minuten in der Flüssigkeit lassen und dann langsam wieder umsetzen. Im Anschluss evtl. mit einer Zimtstange direkt im Becken nachbehandeln.


Knoblauch:

Wirkung: wirkt vor allem gegen Probleme der Darmes (weißer Kot, Würmer), ist verdauungsfördernd und hilft auch gegen Kiemenwürmer.
Anwendung: Am Besten als Zusatz in einem selbstgemachten Futterbrei (gute Rezepte sind unter http://www.africanfish.webrel.info/htm/rat_fb.php zu finden). Hierbei sollte man den Futterbrei auf die zu fütternden Fische abstimmen (z.B. bei Harnischwelsen sollte er hauptsächlich aus Pflanzen bestehen, bei Räubern aus Fisch- und Muschelfleisch) und pro 100g eine (mittlere) Knoblauchzehe verwenden.
Ein ("Allround-")Rezept: 1 Fischfilet (oder auch Muschelfleisch, Süßwassergarnelen), 10 Erbsen (kann auch Zucchini, Paprika... sein), eine Messerspitze Spirulina (als Pulver oder Tablette) und 1 Knoblauchzehe in den Mixer geben und fein pürieren. Agar-Agar (aus dem Reformhaus) oder Gelatine aufkochen und abkühlen lassen. Lauwarm beimengen und auf einem Brett glatt streichen. Anschließend wie eine Schokoladentafel einkerben und einfrieren. Bei Gebrauch auftauen und verfüttern.
Eine andere Methode stellt das Tränken von Frost- oder Lebendfutter in Knoblauchsaft. Hierzu presst man eine frische Knoblauchzehe aus und fängt den Saft auf. Diesen gibt man dann einer Lebendfuttertüte oder einer kleinen Plastikschüssel mit Frost- oder Lebendfutter bei und wartet einige Minuten (bis sich Lebendfutter nur noch träge bewegt bzw. ca. 5 Minuten bei FF). Danach verfüttert man die getränkten Tiere an die Patienten.


Salz:

Wirkung: Hilfreich (in Kombination mit Temperaturerhöhung) bei vielen Ektoparasiten (Haut- und Kiemenwürmer) Ichthyo, Schleimhautproblemen, Flossenfäule, auffällig häufigem Scheuern und Pilzen.
Dosierung: im Gesellschaftsbecken:
1 bis max. 5g (besser 3g) pro Liter Aquarienwasser für längere Behandlung im Becken. Für Weichwasser so wenig wie möglich, bei Hartwasser an die obere Grenze. Einige Fischarten sind sehr salztolerant (Lebendgebärende, ostafrikanische Barsche, Regenbogenfische), andere Fische dagegen vertragen überhaupt kein Salz (Fiederbartwelse, Corydoras, manche Barben und Salmler) Prachtschmerlen und die meisten Wirbellosen vertragen Salz ebenfalls sehr schlecht. Im Allgemeinen ist es besser langsam aufzusalzen und reines NaCl zu verwenden (kein Iod, Fluor, auch kein Meersalz -> erhöht GH)
Als Salzbad (in einem Extrabecken):
Pro Liter Wasser 2-3 Teelöffel Salz geben, gut auflösen lassen (aufrühren), den zu behandelnden Fisch einsetzen, ständig beobachten (falls er zu taumeln beginnt -> sofort umsetzen) und nach zehn bis 20 Minuten wieder zurücksetzen. Nicht bei salzempfindlichen Fischen durchführen, kann zum Verlust führen.
Ichthyo: langsam Aufsalzen (in 2 - 3 Etappen auf ebenso viele Tage aufgeteilt) und Temperatur (ebenfalls schrittweise) auf Maximum erhöhen (was der Fisch aushält, d.h. mind 28° max 33°C) auf gute Durchlüftung achten; nach 3 Tagen sollten keine Pünktchen mehr sichtbar sein. Gesamt für mind 2 Wochen (je nach Temperatur: je niedriger desto länger (bis zu 3 Wochen)) Temp. und Salzgehalt hoch halten (Schwärmer werden abgetötet, nicht die Parasiten auf dem Wirt) (immer wieder Wasserwechsel und "Nachsalzen") und langsam wieder zurück auf Ausgangswerte (auch über 2-3 Tage, Wasserwechsel - Salz wird immer mehr verdünnt)
Hier ist anzumerken, dass bereits stark befallene Tiere mit einer konventionellen Behandlung (Malachitgrün) eine höhere Überlebenschance haben. Falls die Behandlung jedoch im Frühstadium (beim Auftreten der ersten Pünktchen an einem Fisch) ansetzt, hat man auch mit Salz eine große Chance alle seine Schützlinge zu retten. Zusätzlich zerstört Salz (im Gegensatz zu Malachitgrün) nicht die gesamte Bakterienflora in Filter und Bodengrund.


Torf:

Wirkung: weniger hilfreich gegen Krankheiten, jedoch: Ionentauscher; senkt die KH (über Huminsäuren), wodurch der pH ebenfalls fällt und stabilisiert Wasser und färbt es leicht braun (bernsteinfarben). Da Torf je nach Art und Herkunft unterschiedlich zusammengesetzt ist, variiert auch die Wirkung. Bei Betonwasser (KH>20) nicht mehr praktikabel, hier empfiehlt sich zur KH und pH Senkung der Einsatz einer Umkehrosmoseanlage oder eines Ionentauschers (bzw. ein Verschnitt von Leitungswasser und dem entstehenden VE (=vollentsalzt) Wasser.
Am besten geeignet ist krümeliger Schwarztorf aus dem Baumarkt (ACHTUNG: nur ungedüngten verwenden) oder Torfgranulat aus dem (Aquarien-)Fachhandel, das Granulat färbt das Wasser weniger stark braun ist aber ansonsten sehr ähnlich in der Wirkung.
Dosierung: auf Grund der unterschiedlichen Wirksamkeit von Torf, durch probieren (+ häufigeres Messen). Ein guter Anhaltspunkt: ein gefüllter Damenstrumpf hinter dem HMF/im Filtertopf reicht normalerweise aus, um den pH in fischgerechte Gefilde zu bringen. Der Torf sollte regelmäßig ausgetauscht werden (z.B. beim WW, oder alle 2-3 Wochen), da seine Wirksamkeit stark mit der Zeit abnimmt.
ACHTUNG: Torf kann unter Umständen extrem hohe Phosphat, Nitratkonzentrationen aufweisen -> deshalb vorher in einem extra Gefäß testen.


Temperatur:

Wirkung: Die meisten Krankheitserreger (Bakterien, Parasiten) vertragen erhöhte Temperatur im Becken, gepaart mit einem Wirkstoff, nur schlecht, da sich ihr Lebensrhythmus beschleunigt und sie dem Wirkstoff mehr "Angriffsfläche" bieten. Kann mit allen hier angegebenen Wirkstoffen kombiniert werden. Es ist lediglich auf eine gute Durchlüftung (evtl. mittels Membranpumpe und Ausströmer) zu achten.
Anwendung: Die Temperatur langsam (über 2 Tage verteilt) bis an das Maximum der empfindlichsten Art im Becken (jedoch auf mind. 28° und max 33°C) erhöhen. Diese erhöhte Temperatur für mindestens 1, besser noch 2 Wochen halten (nachdem eine sichtbare Verbesserung der Symptome eintritt, noch zumindest 3-4 Tage Temperatur hoch halten) und anschließend langsam wieder senken und großzügig Wasser wechseln.

Achtung ! Wir übernehmen keine Haftung für obige Typs und Anwendungsbeispiele. Diese wurden aus der Literatur zusammengetragen und dienen zur Information.